Ernährungsberatung 


Klaus Storm 
Apotheker für Klinische 
Pharmazie 
und 
Ernährungsberatung

Liebe Patientin, lieber Patient!

 

Das Team der Landgerichts-Apotheke berät Sie bei Ernährungsfragen. 
Wir beantworten gern Ihre Fragen!

Abnehmen - aber wie?

Etwa ein Drittel der Menschen in der Bundesrepublik leidet an Übergewicht.

Zuviel „Fett auf den Rippen“ ist aber nicht nur

        sondern ein

Gut beraten ist deshalb, wer aus gesundheitlichen Gründen sein Gewicht normalisieren möchte.

Gerade jetzt ist das Thema Diät wieder in aller Munde - nicht nur bei stark Übergewichtigen. 
 

Frauenzeitschriften locken ihre Leserinnen mit Diät-Sensationen – 
„15 Pfund in 10 Tagen“ - und neuen Diät-Formeln:  
„2 Pfund essen, 1 Pfund abnehmen!“ 
Meist verbergen sich hinter so vollmundigen Versprechungen  
Blitz- /-Crash-Diäten, aber

Crash-Diäten sind keine Dauerlösung  !

Mit ihnen lässt sich zwar kurzfristig ein Gewichtsverlust erzielen, ein Langzeiterfolg aber bleibt aus. 
Den bringt in der Regel nur eine dauerhafte Umstellung der Lebensgewohnheiten. 
Crash-Diäten eignen sich deshalb, - wenn überhaupt-,  
ausschließlich für Menschen, die nur wenige Pfunde zuviel auf die Waage bringen und die Schlankheitskur als Auftakt zu einer in Zukunft insgesamt gesünderen Lebensweise betrachten.

Wer diesen für ein stabiles Gewicht notwendigen Schritt allerdings nicht vollzieht, dem droht eine erneute Gewichtszunahme und schließlich der gefürchtete Jojo-Effekt.

Für Übergewichtige, die deutlich mehr als nur ein paar Pfund abnehmen müssen, kommen dagegen nur Diäten in Frage, die ohne gesundheitliche Schäden auch über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden können.

 

Was passiert beim Hungern?

Wer glaubt, nur ein paar Tage hungern zu müssen, um „zurück zur Figur“ zu kommen, irrt gewaltig!   
Denn ran an den Speck geht es erst nach 4 Tagen strikten Fastens – und die wollen erst einmal bewältigt werden! 
In den ersten Tagen verliert der Körper reichlich Wasser, was auch als „Entschlackungseffekt“  bezeichnet wird. 

Um überhaupt zu funktionieren, ist der Körper auf Kohlenhydrate angewiesen - und die holt er sich in Hungersituationen zunächst aus dem Blut. Der Blutzuckerspiegel sinkt ab. 

Wenn weiter gefastet wird, greift der Körper auf Eiweiß aus dem Blut, der Bauchspeicheldrüse und dem Verdauungstrakt zurück und wandelt sie in Traubenzucker um. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel halbwegs aufrecht erhalten werden. 

Täglich benötigt das menschliche Gehirn etwa 120 g Traubenzucker. 
Beim Fasten werden alle möglichem Mechanismen in Gang gesetzt, um diesen Bedarf zu decken und dabei die lebenswichtigen Eiweißbestände des Körpers (Muskulatur, Enzyme, Hormone) zu schonen.

Erst nach etwa 4-5 Tagen geht es an die Fettdepots. 
Nach Mobilisierung der Fettspeicher stellt der Körper aus den Fettbausteinen einen Teil der überlebenswichtigen Glucose (Traubenzucker) her.  Gleichzeitig schaltet der Organismus auf Sparflamme:

Der Grundumsatz sinkt, das Gehirn kommt mit halb soviel Traubenzucker aus wie vorher-, in Fastenperioden von 40 Tagen wurde sogar ein Rückgang auf ein Viertel der Ausgangsmenge beobachtet.   
Allerdings bleibt in solchen extremen Hungersituationen das Körpereiweiß nicht unangetastet. Es wird ebenfalls für die Glucosegewinnung herangezogen. Muskeleiweiß wird abgebaut, der Körper magert bis zum Unterhaut-Fettgewebe ab, die Knochen treten hervor.

Schließlich ist auch die Produktion einiger Hormone verringert, was sich bei Frauen im Ausbleiben der Monatsblutung äußert. Die Frau kann mangels Eisprung (Hormonmangel) nicht schwanger werden.  Die Natur schützt sie so vor einer Zusatzbelastung, die eindeutig auf Kosten des Kindes gehen würde. Bei extremer Unterernährung der Schwangeren wäre auch das Kind mangelernährt, es würde schon innerhalb der ersten Monate im Mutterleib absterben. 

Die Reduktion der Hormonproduktion ist ein Überlebensschutz für die Frau, die eine Schwangerschaft nicht überleben könnte. Auch das Ungeborene wäre von Anfang an unterversorgt, ein Abgang vorprogrammiert.  Wenn sich die Ernährung einer unterernährten Frau normalisiert, kommt bei ihr auch ein normaler Zyklus zustande. 
Ihr Körper bildet wieder genug Geschlechtshormone, sodass sie schwanger werden und ein Kind voll austragen kann.

Beim totalen Fasten verbrennt ein Übergewichtiger täglich etwa 2500 kcal; die tägliche Gewichtsabnahme bei einer „Nulldiät“ liegt beim Mann im Mittel bei 500 g, bei der Frau bei 400 g (einschließlich Wasser);

Nulldiäten über 3 Wochen führen zu einem Gewichtsverlust von 10-12 Prozent des Ausgangsgewichts. 

Je höher das Übergewicht ist, desto mehr und desto schneller purzeln die Pfunde. 

Allerdings bleiben die Fettzellen des Körpers zeitlebens bestehen. Ihre Anzahl und ihre Verteilung sind uns in die Wiege gelegt. Auch nach erfolgreicher Gewichtsabnahme sind sie stets bereit, sich bei Kalorienüberschuss wieder prall mit Fett zu füllen. Dieser Vorgang ist die Ursache für ein Rauf und Runter des Gewichts, den sogenannten „Jojo-Effekt“ s.o.!)

Hungerkuren sind deshalb völlig ungeeignet, um auf Dauer schlank zu werden.

Auch mit Crash-Diäten tut man seiner Figur keinen Gefallen.  Es fehlt der Lerneffekt für eine 
dauerhaft gesunde und kalorienbewusste Kost.  Einzig und allein hilft eine Umstellung der Lebensweise:

bewussteres Essen und Trinken und viel Bewegung.

 

Ernährungshinweise bei Übergewicht

Radikale Hungerkuren, wie Null-Diäten, Saft-Fasten oder Schroth-Kuren und andere Diäten sind wegen ihres nur kurzfristigen Erfolges weniger empfehlenswert und stets nur unter ärztlicher Kontrolle ratsam.   
Das gilt für alle, ganz besonders für Jugendliche, da ihr Körper in der Aufbauphase ist und für Senioren.   
Denn Radikalkuren führen zu erheblichen Verlusten an Muskelsubstanz.

Am besten zum Durchhalten und für Ihre Gesundheit ist eine sogenannte kalorienreduzierte Mischkost, das heißt eine insgesamt abwechslungsreiche und ausgewogene kalorienreduzierte Kost, die Sie mit Fertig-Diäten zum Abnehmen noch kombinieren können. 

Insgesamt ist das A + 0 Ihrer Diätkur das weniger essen;  
denn sobald Sie über längere Zeit weniger Kalorien zu sich nehmen als zum Erhalt Ihres momentanen Gewichtes nötig ist, nehmen Sie ab. Als Faustregel können Sie sich merken:

um 1 kg Körpergewicht (=Fettgewebe) abzunehmen, müssen Sie rund 7 000 Kcal einsparen. 

Wenn Sie also pro Tag 1000 Kcal weniger essen, nehmen Sie pro Woche 1 kg ab.

So ernähren Sie sich richtig:

ð Essen Sie langsam und kauen Sie gut.  
 
Dadurch stellt sich das Sättigungsgefühl schneller ein.
ð Nehmen Sie häufiger kleine Mahlzeiten zu sich, anstelle weniger großer. 
  Schränken Sie sich besonders bei der Abendmahlzeit ein.
ð Essen Sie Brot nur in Form von Vollkornbrot und insgesamt viel frisches Obst, Gemüse und  Salate (fettarm zubereitet).
ð Trinken Sie reichlich, circa 2 Liter pro Tag.  
Das bremst das Hungergefühl und hilft, Schlacken auszuschwemmen.  Besonders gut sind kalorienfreie Getränke geeignet, wie Tee und Mineralwasser.
ð Meiden Sie Zucker und Süßigkeiten.   
 Falls Sie nicht auf Süßigkeiten verzichten wollen, genehmigen Sie sich höchstens ein kleines Stück pro Tag.  Zum Süßen von Speisen und Getränken empfiehlt sich Süßstoff.
ð Achten Sie besonders auf den Fettgehalt Ihrer Lebensmittel und weichen  
 Sie konsequent auf fettreduzierte Produkte aus.
ð Schränken Sie Ihren Kochsalzkonsum ein.  
 
Kochsalz bindet Wasser im Körper.
ð Kontrollieren Sie jede Woche Ihr Körpergewicht.   
 Ihr optimaler Gewichtsverlust sollte circa 1 bis 1,5 kg betragen.

Einzuschränkende bzw. ganz zu meidende Lebensmittel

Fette alle Fette  
Fleisch, Wurst  fettes Schweinefleisch, fette Wurstwaren
(Leberwurst, Mettwurst, Cervelatwurst, Salami)
Fisch   Ölsardinen, Thunfisch in Öl  
Käse, Milch    Doppelrahmkäse, Sahne u.a. fettreiche Milchprodukte  
Waren mit Zucker   Süßigkeiten jeder Art, auch Kuchen, Torten, Pralinen, Bonbons, Schokolade, Trockenfrüchte, Marmelade, Honig  
Waren mit Stärke  Teigwaren, Mehlspeisen, Grießbrei, Weißbrot, Hülsenfrüchte, Pommes frites  
Getränke  Alkohol und andere energiereiche Getränke  

 

Empfehlenswerte Nahrungsmittel  

Fleisch, Wurst     magere Fleischarten (Kalbfleisch, Brathuhn, Corned beef, Schabefleisch, Bündner-Fleisch, Wild, Innereien von Schlachttieren),  
magere Wurstsorten (Kalbsbratwurst, Bockwurst, Lyoner, Weißwurst, Jagdwurst)  
Fisch    Kochfisch (Dorsch, Kabeljau, Schellfisch)  
Käse, Milch   Milchhalbfettprodukte, Halbfettmargarine, fettarme Käsearten, Quark, Buttermilch, Magermilch, Joghurt  
Salate, Gemüse Kartoffeln in gekochter (nicht gebratener) Form, Frischobst (insbesondere Stachelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Pfirsiche, Melonen, Pampelmusen)  
Getränke Mineralwasser, Gemüse- und ungezuckerte Obstsäfte  
Getreidewaren nur in Form von Vollkornprodukten (Brot, Mehl, Teigwaren, Reis)  
Sonstige  Formula-Diäten 
(industrielle Fertigprodukte zur Gewichtsreduktion) 
Wir informieren Sie gern über geeignete Präparate.  

Ihr Apotheker Klaus Storm wünscht Ihnen viel Erfolg beim Abnehmen;

Sie werden sich wieder wohl „in Ihrer Haut“ fühlen!